Unser Ziel ist es, unseren Wohnungsbestand weiter zu erhöhen – durch Neubau, Zukäufe sowie durch den Um- und Ausbau von Bestandsgebäuden. Dabei berücksichtigen wir gesellschaftliche Entwicklungen und Anforderungen unterschiedlicher Wohngruppen. Wir haben ebenfalls den Anspruch und die Verantwortung, ökologische Standards einzuhalten – zum Schutz von Klima und Umwelt. So senken wir kontinuierlich unseren Ressourcen- und Energieverbrauch und reduzieren dadurch unseren CO2-Fußabdruck. Zudem setzen wir verstärkt auf grüne Energie und schaffen dort Ausgleich, wo wir in die Umwelt eingreifen.

Ein Anspruch, der regelmäßig zu Konflikten führt: Häufig gehen Klima- und Umweltschutzmaßnahmen mit höheren Baukosten einher. Gleichzeitig besteht unser Auftrag als kommunale Wohnungs­baugesellschaft darin, Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten anzubieten. Vor diesem Hintergrund gilt es, bei jedem Projekt diese beiden Pole zu berücksichtigen und die beste Lösung zu finden – für Mensch und Umwelt.

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Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette

Das Kerngeschäft der GESOBAU umfasst die Bewirtschaftung von Wohnungen und ihre Vermietung an breite Schichten der Bevölkerung. Damit einher gehen auch Modernisierungen, Instandhaltungen und mieternahe Dienstleistungen. Darüber hinaus erhöhen wir unseren Wohnungsbestand – sowohl durch Neubau als auch durch Ankäufe. Je nach Geschäftsfeld spielen unterschiedliche ökologische und soziale Aspekte innerhalb der Wertschöpfungskette eine unterschiedlich starke Rolle:

1. Planung & Beschaffung

In unserer Geschäftstätigkeit arbeiten wir mit Dienstleistern und Lieferanten zusammen. In unseren Lieferketten legen wir großen Wert auf ein umfassendes Lieferantenmanagement, das die Einhaltung nachhaltiger Standards an erste Stelle setzt.

Bereits in den Planungen für unsere Neubauten suchen wir kontinuierlich nach neuen, nachhaltigen Wegen und legen seit vielen Jahren großen Wert darauf, umweltschonendere und regional bezogene Materialien zu nutzen.

2. Bau

Wir bauen unsere Gebäude so, dass sie möglichst energieeffizient zu betreiben sind. Die Dächer unserer Neubauten sind beispielsweise überwiegend begrünt. So mindern wir die versiegelte Fläche und mildern damit das Aufheizen der Umgebung ab, halten das Regenwasser zumindest teilweise im Gebiet und fördern die Biodiversität. Insekten und Vögel finden Rückzugsgebiete.

Um ressourcenschonender und kostengünstig zu bauen, erproben wir neue Bauarten. Dazu zählen das Basishaus und das Standardtypenhaus.

3. Nutzung

Entsprechend unseren Möglichkeiten bauen wir energieeffiziente Gebäude. Zudem decken wir den Energiebedarf verstärkt aus regenerativen Quellen.

Auch nutzen wir im Gebäudemanagement zunehmend das Potenzial der Digitalisierung, um unsere Wertschöpfung nachhaltiger zu gestalten.

4. Instandhaltung

Nicht nur Neubauten sollen möglichst energieeffizient sein, sondern auch unsere Bestandsgebäude. Daher legen wir auch bei Instandhaltungen einen Schwerpunkt auf Maßnahmen, mittels derer Energie eingespart und CO2-Emissionen gesenkt werden.

5. Recycling

Grundsätzlich versuchen wir die Lebensdauer unserer Gebäude durch Instandhaltung so weit wie möglich zu erhöhen. Gebäude werden nur abgerissen, wenn dadurch mehr und neuer Wohnraum geschaffen wird. Abfall, der bei den Instandhaltungen anfällt, wird durch unsere Dienstleister fachgerecht getrennt und ist so größtenteils recyclingfähig.

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Fertigstellungen in 2019
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Wir erweitern unseren Wohnungsbestand – durch Neubau und Ankäufe

Den landeseigenen Wohnungsbestand ausbauen: Das ist das gemeinsame Ziel des Berliner Senats und der sechs landeseigenen Wohnungs­baugesellschaften. Konkret sollen bis Ende 2021 rund 30.000 Wohnungen neu errichtet und 10.000 Wohnungen durch Bestandsankäufe erworben werden. Insgesamt erhöht sich der Wohnungsbestand somit auf 360.000; bis 2026 soll er auf 400.000 Wohnungen anwachsen. Auch hier sollen mehr Gebäude neu gebaut als dazugekauft werden.

Die GESOBAU leistet ihren Beitrag, um das übergeordnete Ziel zu erreichen: Bis Ende 2026 werden wir unseren Bestand von derzeit rund 44.000 um 8.000 auf 52.000 Wohnungen erweitern – und wir sind auf einem guten Weg: Im Berichtszeitraum haben wir rund 1.300 Wohneinheiten geschaffen und unseren Bestand darüber hinaus um weitere 669 Wohnungen durch den Ankauf von Immobilien erhöht.

Entsprechend den im Berichtszeitraum gesicherten Bauprojekten werden wir unseren Wohnungsbestand bis Ende 2021 von rund 42.000 (Stand: Dezember 2019) auf rund 46.000 Wohnungen ausbauen.

Darüber hinaus haben wir im Berichtszeitraum zwei modulare Unterkünfte für geflüchtete Menschen errichtet, zwei weitere sollen bis 2023 fertiggestellt werden.

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Wir bauen neu

Aktuell betreuen wir unternehmensweit 52 Neubauten. Davon sind 23 Objekte (2019: 14) im Bau und 13 (2019: 21) in Planung. Die anderen Projekte werden aktuell vorbereitet oder befinden sich bereits in der Abschlussphase. Acht weitere Neubauprojekte sollen laut Bauplan bis 2025 umgesetzt werden.

Anwohner*innen und Menschen, die von den Bauvorhaben in direkter Weise betroffen sind, binden wir im Rahmen von Partizipationsverfahren bei den Planungen mit ein.

Die berichteten Zahlen beziehen sich rein auf Neubauten und projektbezogene Ankäufe. In dieser Darstellung der Wachstumsstrategie nicht berücksichtigt ist u.a. die Bebauung der Elisabeth-Aue (rd. 1.250 Wohnungen), sowie die Nachnutzung des Flughafens Tegel (rd. 800 Wohnungen).

©GESOBAU AG: Visualisierung der Straßenansicht des Basishauses
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Wir erproben neue Wohnkonzepte

Um bezahlbaren Wohnraum für möglichst breite Bevölkerungsschichten anbieten zu können, erprobt die GESOBAU unterschiedliche Bauarten. Zentrale Projekte sind das Basishaus und das Standardtypenhaus:

Das Basishaus

Minimalistisch, flexibel, kostengünstig: Mit dem Basishaus haben wir ein Wohngebäude entwickelt, das sich auf die elementarsten Dinge des Wohnens beschränkt. Ziel war es, die Baukosten auf ein Minimum zu senken – und dadurch bezahlbaren Wohnraum anbieten zu können. Dafür haben wir im Berichtszeitraum unsere gängigen Baustandards überprüft, mehrere Entwurfsvarianten ausgearbeitet und einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Zusätzlich haben wir einen Bauteilkatalog entwickelt, um die kostengünstigste Kombinationsvariante auswählen zu können. Die Wohnungen des Basishauses werden als abgeschlossene, funktionsfähige Einheiten mit Bad, Abstellnischen und einem großen Raum errichtet. Die Wohnungen können flexibel durch Trennwände zu Drei- oder Vier-Zimmer-Wohnungen inklusive Wohnküche ausgebaut werden.

Das Standardtypenhaus

Zudem haben wir ein sogenanntes Standardtypenhaus entwickelt. Das Typenhaus ist ein weiteres Instrument, um kostengünstige Wohnungen errichten zu können: Denn standardisierte Entwürfe und Bauteile können Planungs- und Bauzeiten verkürzen – und damit Baukosten senken. Bei Bedarf kann das Standardtypenhaus schnell und unkompliziert den Gegebenheiten vor Ort angepasst werden (s. NHB 2019, S. 38).

Die ersten Standardtypenhäuser sollen bei unseren Projekten in der Hansa- und Vesaliusstraße errichtet werden. Der Baubeginn ist für 2022 geplant.

Wir schaffen Wohnraum für alle

Bei allen Neubauvorhaben beziehen wir gesellschaftliche Entwicklungen und die Anforderungen der jeweiligen Mieter*innen-Gruppen in unsere Planungen mit ein. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf Senior*innen, Student*innen, Alleinerziehende sowie geflüchtete Menschen.

Wohnungen für Senior*innen

Die Bevölkerung altert: Schon heute leben immer mehr ältere und pflegebedürftige Mieter*innen in den Beständen der GESOBAU. Viele haben den Wunsch, möglichst lange in der vertrauten Umgebung bleiben zu können. Entsprechend berücksichtigen wir den demografischen Wandel bei unseren Neubauprojekten: So liegt der Anteil von barrierefreien Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen – wie gesetzlich vorgeschrieben – bei über 50 Prozent. Ebenso ist die Hälfte der Neubauwohnungen barrierearm konzipiert – wo es wirtschaftlich möglich ist, gehen wir auch über diese Mindestforderung hinaus. Aber nicht nur bei den Wohnungen selbst berücksichtigen wir die Bedürfnisse der älteren Mieter*innen – auch die Allgemeinflächen nutzen wir, um Senior*innen ergänzende Serviceangebote zu machen. Dabei kooperieren wir in der Regel mit externen Partnern.

Darüber hinaus prüfen wir, ob seniorengerechte Um- und Einbauten in den bestehenden Wohnungen der Senior*innen infrage kommen.

Wohnungen für Student*innen

Seit Februar 2020 bieten wir in der Nordbahnstraße insgesamt 62 Wohnungen für 158 Student* innen. Die Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen vermieten wir als Einzelappartements oder für Wohngemeinschaften im Rahmen einer Kooperation vorrangig an Student*innen der Beuth Hochschule – für maximal 300 Euro pro Person und Monat. Zielgruppenspezifisch fördern wir nachhaltige Mobilität und schaffen Angebote, die die Nutzung von Fahrrädern stärken. Insgesamt gibt es 158 Fahrradstellplätze, ein Fahrradhaus wird derzeit gebaut.

Wohnungen für Alleinerziehende

Alleinerziehende stehen vor vielfältigen Herausforderungen – häufig auch vor finanziellen. Mit unseren Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen wollen wir ihnen günstigen Wohnraum anbieten. Hier achten wir bei der Planung auf eine möglichst kompakte und effiziente Raumgestaltung. Dadurch wollen wir die absolute Miete der Wohnung – inklusive Nebenkosten – so niedrig wie möglich halten.

Wohnungen für Geflüchtete

Im Auftrag des Berliner Senats bauen wir modulare Unterkünfte für geflüchtete Menschen (MUF), um auch ihnen ein würdiges Zuhause bieten zu können. Zusätzlich zu der bereits seit 2018 bestehenden Unterkunft im Märkischen Viertel wurde 2020 eine weitere Unterkunft in Weißensee fertiggestellt. Zwei weitere MUF werden voraussichtlich 2021 in Hellersdorf und 2023 in Rosenthal fertiggestellt sein.

MUF sind mit einer regulären Lebensdauer für Neubauten als Wohnhäuser konzipiert. Aufgrund ihrer modularen Bauweise können sie aber schneller und flexibler errichtet werden. Ziel ist es, auch mit diesen Bauten mittelfristig mehr regulären Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen in Berlin zu schaffen.

© Marcus Lenk: Wohnungen für Student*innen in der Nordbahnstraße
© GESOBAU AG: Visualisierung der Unterkünfte für geflüchtete Menschen
© RETIS GmbH: Visualisierung der Außenperspektive im Schwyzer Kiez
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Bestehenden Wohnraum ausbauen und effizient nutzen

Wir wollen den angespannten Berliner Wohnungsmarkt nicht nur durch Neubau und Ankäufe entlasten. Wir prüfen auch, inwiefern wir unsere Bestände aus- und umbauen können – um dadurch neuen Wohnraum zu schaffen. Zudem haben wir zusammen mit den anderen landeseigenen Wohnungs­baugesellschaften ein gemeinsames Tauschportal für Wohnungen entwickelt. Ziel ist es, bestehenden Wohnraum optimal zu nutzen.

Dachaufstockungen bei Bestandsgebäuden

Im Berichtszeitraum haben wir alle Bestandsgebäude erfasst, die grundsätzlich für eine Dachaufstockung infrage kommen. Das ist bei rund 1.000 Gebäuden der Fall – unter anderem im Stiftsweg und im Schwyzer Kiez.

Im Rahmen der Investitionsplanung wird die Umsetzbarkeit einzelner Projekte geprüft.

Wohnraum tauschen und effektiv nutzen

Gemeinsam mit den fünf anderen landeseigenen Wohnungs­baugesellschaften haben wir bereits im Herbst 2018 ein Online-Wohnungstauschportal eingeführt, um den gemeinsamen Wohnungsbestand besser zu nutzen (s. NHB 2019, S. 38).

Mieter*innen aller sechs landeseigenen Wohnungs­baugesellschaften können sich in dem Portal registrieren und ihre Wohnung untereinander tauschen. Im Berichtszeitraum waren insgesamt 404 Tauschvorgänge in Bearbeitung. 181 von ihnen wurden abgebrochen; in rund 170 Fällen war der Wohnungstausch erfolgreich. Daran waren 36 Mieter*innen der GESOBAU beteiligt – in 24 Fällen waren es interne Tauschpaarungen, in zwölf Fällen haben unsere Mieter*innen mit Interessenten der anderen städtischen Wohnungs­baugesellschaften ihre Wohnung getauscht.

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So schützen wir das Klima

Treibhausgasemissionen von Gebäuden bis zur Klimaneutralität verringern: Das zählt klar zu den Schwerpunkten unseres Nachhaltigkeits­bestrebens. Durch die Klimaschutzvereinbarung 2020 mit dem Land Berlin haben wir in den vergangenen Jahren bereits große Mengen an CO2-Emissionen eingespart. Auf diesem Erfolg ruhen wir uns nicht aus: Um den Emissionsausstoß im Gebäudebestand weiter zu reduzieren, arbeitet die GESOBAU an einer umfassenden Klimaschutzstrategie. Darin setzen wir uns messbare Ziele und untermauern sie mit konkreten Maßnahmen, um die klimarelevanten Treibhausgase weiter zu reduzieren – und unsere CO2-Bilanz kontinuierlich zu verbessern.

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Klimaschutzvereinbarung 2020

Wir haben die Ziele der Klimaschutzvereinbarung (s. NHB 2019, S. 34), die wir im Jahr 2011 mit dem Land Berlin getroffen haben, erfolgreich umgesetzt: So konnten wir die durchschnittlichen CO2-Emissionen von jährlich 2,69 Tonnen pro Wohnung im Jahr 2010 auf jährlich unter 1,38 Tonnen pro Wohnung im Jahr 2020 senken. Die energetische Modernisierung war dabei der zentrale Stellhebel, um das Ziel zu erreichen. Die Maßnahmen haben wir mit Blick auf die Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit umgesetzt. Insgesamt sollten die CO2-Äquivalente pro Jahr dabei von 99.274 Tonnen auf 51.000 Tonnen reduziert werden; das entspricht einer Einsparung von 48.274 Tonnen. Mit rund 55.000 Tonnen CO2 bis Ende 2020 haben wir das Einsparziel übererfüllt. Der Wert wurde dabei bezogen auf den Bestand von 2010 ohne Zugänge ab 1. Januar 2011. Hierbei handelt es sich um eine eigene Berechnung. Die Prüfung des Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen e. V. steht noch aus und wird voraussichtlich im Sommer 2021 erfolgen.

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Unsere Klimaschutzstrategie

Über die Klimaschutzvereinbarung hinaus wollen wir unsere Treibhausgasemissionen langfristig senken – und den Klimaschutz grundlegend im Kerngeschäft vorantreiben. Dafür entwickeln wir aktuell eine Klimaschutzstrategie für einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050.

Ein Großteil der verursachten CO2-Emissionen entsteht im Betrieb unserer Bestandsgebäude. Hauptverursacher dabei ist die Wärmeversorgung. Deshalb konzentrieren wir uns auf eine CO2-neutrale Energieversorgung und die Umstellung auf klimaschonendere Heizungssysteme. So rüsten wir nach und nach von fossilen Wärmeerzeugern auf klimaschonendere Heizungssysteme um und nutzen bevorzugt Fernwärme sowie zukünftig Energieträger mit regenerativen Anteilen. Bis 2030 stellen wir die Wärmeversorgung durch die Energieträger Kohle und Öl größtenteils ein.

Im Berichtszeitraum haben wir 63 Objekte priorisiert, die zwischen 2021 bis 2025 technisch umgerüstet werden sollen. Durch die Umstellung der Heizungsanlagen wollen wir in den nächsten fünf Jahren etwa 3.500 Tonnen CO2 einsparen.

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Initiative Wohnen.2050

Der Klimawandel stellt die Wohnungswirtschaft insgesamt vor große Herausforderungen – so auch die GESOBAU. Die notwendige Transformation gelingt nur, wenn alle Akteur*innen der Branche an einem Strang ziehen. Als Partnerin der Initiative Wohnen.2050 arbeiten wir gemeinsam mit anderen Unternehmen des Wohnungsbausektors daran, CO2-Emissionen zu senken und die Klimaneutralität unseres Bestands durch gemeinsames Handeln zu sichern und Erfahrungen und Wissen zu teilen.


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Ressourcen schonen und Energie sparen

Der Gebäudesektor ist besonders ressourcen- und energieintensiv. Damit trägt auch die GESOBAU eine besondere Verantwortung, der wir uns stellen: Wir streben danach, möglichst wenig natürliche Ressourcen entlang unserer Wertschöpfungsketten zu verbrauchen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen – von Wasser über Boden bis hin zu Baustoffen. Unseren Fokus legen wir darauf, auf erneuerbare Energieträger umzustellen und diese Umstellung baulich vorzubereiten.

Im Rahmen unserer Geschäftstätigkeit ergeben sich drei Bereiche, in denen wir natürliche Ressourcen nutzen: am Unternehmenssitz, bei der Bestandsbewirtschaftung sowie bei Neubau- und Modernisierungsprojekten.

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Wir machen unsere Bestandsgebäude energieeffizienter

Durch Sanierungen verbessern wir die Energieeffizienz unserer Bestandsgebäude. Sie werden unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit als energetische Komplettmodernisierungen umgesetzt. Im Jahr 2019 haben wir 320 Wohneinheiten modernisiert, das entspricht etwa 0,75 Prozent unseres Wohnungsbestands. Ende 2020 waren 35.294 Wohneinheiten energetisch saniert (2019: 33.555). Dadurch können zusätzlich Treibhausgasemissionen von rund 2.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

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Energieversorgung: Wir bewirtschaften unsere Gebäude immer nachhaltiger

Im Jahr 2019 hat die GESOBAU insgesamt 336.492 MWh verbraucht; 2020 waren es 336.541 MWh. Die Werte beziehen sich auf den Wohnungsbestand ohne die Hauptverwaltung und umfassen ebenfalls die Warmwassererzeugung sowie die dezentralen Heizungen.

Unser mittelfristiges Ziel ist es, alle Wohnbestände CO2-neutral zu versorgen. Als Bewirtschafter können wir die Energiequellen wählen, mit denen die benötigte Wärme und der Strom für den Betrieb der Gebäudetechnik erzeugt werden: Seit 2009 beziehen wir deshalb unseren Hausstrom ausschließlich aus erneuerbaren Quellen.

Zudem fördern wir über Mieterstromprojekte eine besonders klimaschonende, effiziente und dezentrale Stromversorgung.

Die benötigte Wärme beziehen wir derzeit hauptsächlich aus Fern- und Nahwärme sowie Erdgas. Vereinzelt werden noch Heizöl, Kohle und Strom verwendet. Die Nutzung der CO2– intensiven Brennstoffe Kohle und Heizöl wird dabei bis 2030 schrittweise eingestellt – sie haben derzeit einen Anteil von etwa 17 Prozent an den CO2-Emissionen. Die bezogene Fernwärme beinhaltet schon heute einen großen Anteil an Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und einen Anteil an erneuerbaren Energien. Vattenfall arbeitet an verschiedenen Technologien, die spätestens bis zum Jahr 2045 eine CO2-freie Energieversorgung mit Fernwärme gewährleisten sollen.

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Gesamtenergieerzeugung durch Photovoltaik in 2019
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Gesamtenergieerzeugung durch Photovoltaik in 2020
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Neues Mieterstromprojekt: Noch mehr Sonnenenergie vom Dach

Die GESOBAU AG und die Berliner Stadtwerke haben im Berichtszeitraum ihre gemeinsamen Mieterstrom-Aktivitäten weiter ausgebaut: So sind beispielsweise in Berlin-Pankow an der Elsa-Brändström-, der Neumann- und der Vinetastraße 712 neue Photovoltaikmodule auf den Dächern montiert worden. Damit können weitere 380 Wohnungen vom günstigen und klimaschonenderen Ökostrom vom eigenen Dach profitieren. Mit dem prognostizierten Jahresertrag von 174.000 kWh können rund 100 Tonnen CO2 vermieden werden. Zusammen mit den neuen Photovoltaikmodulen beträgt die Fläche der Anlagen nun insgesamt 6.352 m2 mit einer Leistung von 794 kWp. Die Gesamtenergieerzeugung der GESOBAU durch Photovoltaik belief sich im Jahr 2019 auf 548 MWh, im Jahr 2020 waren es 545 MWh. Mit der emissionsfrei produzierten Energie können nun etwa 1.500 Haushalte mit Ökostrom versorgt werden.

Bei jedem neuen Solarprojekt wird, sofern vorhanden, der Mieterbeirat im Vorfeld informiert und eingebunden – so auch beim Mieterstromprojekt Elsa-Brändström-Straße.

© Berliner Stadtwerke: Solardächer in der Neumannstraße in Pankow
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Klimaschonender heizen – im Bestand und im Neubau

Unser Ziel ist es, unsere Gebäude so CO2-arm wie möglich zu beheizen – im besten Fall CO2-neutral. Um das Ziel zu erreichen, rüsten wir langfristig auf klimaschonendere Heizungstechniken um und setzen nach Möglichkeit auf erneuerbare Energieträger. Sowohl bei Modernisierungs- als auch bei Neubauvorhaben prüfen wir, wie wir unsere Gebäude möglichst klimaschonend beheizen können – und haben dabei stets die Wirtschaftlichkeit im Blick. Für unsere größte Einzelbestandsmarke im Märkischen Viertel haben wir die Klimaneutralität im Jahr 2019 bereits erreicht (s. NHB 2019, S. 41).

Fernwärme

Wo möglich, entscheiden wir uns zumeist für Fernwärme als Heiztechnik (s. NHB 2019, S. 40). 2020 haben wir sämtliche Heizungsanlagen in unseren Bestandsgebäuden untersucht, deren Betrieb CO2-Emissionen verursachen. In diesem Zuge wurde auch geprüft, welche Gebäude an das Fernwärmenetz angebunden werden können – ist das der Fall, wollen wir entsprechend auf Fernwärme umstellen. In unseren Beständen versorgen wir rund 71 Prozent unserer Wohnungen mit Fernwärme (Stand 2020); bis spätestens 2040 sollen rund 4.100 Wohnungen in über 170 Wirtschaftseinheiten umweltschonendere Heizungen erhalten.

Ebenso untersuchen wir auch bei Neubau- und Modernisierungsvorhaben, ob ein Anschluss ans Fernwärmenetz möglich ist. Im Berichtszeitraum konnten insgesamt 966 Wohneinheiten an das Fernwärmenetz angeschlossen werden; 423 davon im Jahr 2019 und 543 im Jahr 2020.

Alternative Heizungsarten

Ist eine Anbindung an das Fernwärmenetz nicht möglich, entscheiden wir uns für alternative Heizungsarten mit möglichst geringen CO2-Emissionen: Natürliche Energiequellen sind eine mögliche Alternative. Dabei kommen Erdwärme-Anlagen und Wärmepumpen infrage. Der Einsatz von Erdwärme benötigt lange Planungs- und Genehmigungszeiten, der Einsatz ist bisher nicht gelungen. Derzeit prüfen wir den Einsatz von Luft/Wasser-Wärmepumpen. Für kleinere, energetisch optimale Gebäude ist diese Technik vielversprechend.

Daneben stellt die Nutzung von Blockheizkraftwerken (BHKW) mit Solarthermieanteil eine weitere Alternative dar. Entsprechend prüfen wir bei neuen Heizungsanlagen, ob eine Solarthermieanlage in den Heizkreislauf eingebunden werden kann.

Heizungssysteme richtig einstellen

Doch nicht nur Heizungssystem und Energieträger haben Einfluss auf den CO2-Ausstoß: Die Heizung muss zudem regelmäßig gewartet und optimal eingestellt sein. Um das zu gewährleisten, überwachen wir jede neue zentrale Heizungsanlage mit entsprechender Messtechnik und arbeiten mit externen Dienstleistern zusammen. Das Monitoring ermöglicht, dass die Heizung im optimalen Bereich betrieben wird. Neben geringeren CO2-Emissionen profitieren unsere Mieter*innen damit gleichzeitig von geringeren Betriebskosten. Die Anlagen in unseren Beständen werden – soweit noch nicht mit einem Monitoring versehen – nach und nach umgestellt.

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Ressourcensparendes Bauen und Wohnen

Wir wollen nicht nur möglichst wenig Energie verbrauchen, sondern auch unseren Ressourcenverbrauch insgesamt möglichst gering halten und verringern – und verantwortungsvoll mit ihnen umgehen:

Wasser

Neben Energie ist Wasser die Ressource, die wir beim Betrieb unserer Bestandsgebäude hauptsächlich verbrauchen: Der Großteil des Wassers wird in den privaten Haushalten verbraucht – und bei der Bewässerung der rund 1.226.000 m2 großen Grünanlagen. Lang anhaltende Hitzeperioden in Folge des Klimawandels erhöhen den Wasserbedarf der Pflanzen zusätzlich.

Boden

Mit Blick auf die knappe Ressource Boden ist es unser Ziel, möglichst flächensparend zu bauen, Flächen optimal zu nutzen und den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten.

Dabei muss jedes Bauprojekt individuell betrachtet werden. Denn zum einen legt das Baurecht die Art der Bebauung fest, zum anderen hängt die Planung auch von den Ergebnissen aus Partizipationsprozessen ab. Um möglichst wenig Boden zu verbrauchen, setzen wir unter anderem auf Nachverdichtung durch Dachaufstockungen.

Darüber hinaus verfolgen wir das gesetzlich festgelegte Ziel, den Eingriff in die Natur möglichst gering zu halten. In Zusammenarbeit mit externen Fachbüros prüfen wir bereits in den frühen Planungsphasen, wie sich unsere Neubautätigkeiten ökologisch auswirken – zum Beispiel, ob geschützte Arten auf den vorgesehenen Flächen siedeln.

Wo wir natürliche Flächen verändern, ergreifen wir Ausgleichsmaßnahmen: So wird ein Großteil der Neubauten, die ein Flachdach haben, mit einer extensiven Begrünung geplant – beispielsweise bei den Neubauprojekten Hansastraße 52–108 F und 112–138 und Uhlandstraße 70/Dietzgenstraße. Für die Begrünung wählen wir Pflanzenarten aus, die an den Standort angepasst und trockenresistent sind. Sie sind pflegeleicht und benötigen weniger Wasser. Zudem nehmen die Pflanzen CO2 und Feinstaub aus der Luft auf.

Gleichzeitig gestalten wir Außenanlagen mit Grünflächen. Seit 2020 nutzen wir diese, um Konzepte für den Schutz und die Förderung der biologischen Artenvielfalt umzusetzen. Sofern für einen Neubau Bäume gefällt werden, pflanzen wir entsprechend den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes zum Ausgleich neue.

Baustoffe

Im Neubau und bei der Modernisierung von Bestandsgebäuden werden verschiedene Baustoffe benötigt und eingesetzt – insbesondere mineralische Rohstoffe wie Sand oder Kies. Die Menge der verbrauchten Ressourcen wurde im Berichtszeitraum nicht erfasst; konkrete Daten liegen entsprechend nicht vor.

Als nachhaltige Elemente nutzen wir nur mineralische Dämmstoffe und prüfen bei Neubauprojekten weiterhin, ob eine monolithische Bauweise möglich ist, die aufgrund ihrer Eigenschaften eine Dämmung überflüssig macht (s. NHB 2019, S. 38). Zudem versuchen wir lange Transportwege zu vermeiden und beziehen Materialien – wenn möglich – aus der Region.

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Wir nutzen digitale Technologien

Die Digitalisierung hält zunehmend im Wohnungsbau und in unseren Quartieren Einzug – eine Entwicklung, die wir als Chance sehen, uns noch stärker als innovative und attraktive Vermieterin zu positionieren und die Nachhaltigkeit unseres Gebäudebestands weiter voranzutreiben. Auch wollen wir immer häufiger neue Technologien einsetzen, damit die Wohnqualität für unsere Mieter*innen weiter steigt und ihnen ein ressourcenschonenderes Wohnen ermöglicht wird.

So informieren wir unsere Mieter*innen im Märkischen Viertel weiterhin mithilfe von digitalen Hausaushängen im Eingangsbereich von zwei Gebäuden (s. NHB 2019, S. 39). Dabei können wir die Informationen mithilfe eines Systems steuern und termingenau anzeigen lassen. Über die interaktiven Displays sollen unsere Mieter*innen perspektivisch auch Schäden melden können – dadurch lassen sich Reparaturprozesse beschleunigen.

Die Herausforderung bei der Ausstattung der Gebäude liegt in der technischen Voraussetzung: Bestandsgebäude müssen oftmals nachträglich vernetzt werden, während wir den Einbau von Displays in unsere Neubauvorhaben bereits berücksichtigen. Unter anderem planen wir im Rahmen unseres Neubauvorhabens in Hellersdorf in 22 Gebäudeeingangsbereichen digitale Hausaushänge anzubringen.