Berlin wächst. Als kommunale Wohnungs­baugesellschaft ist es unser Ziel, den Menschen in Berlin bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Dabei geht es um weit mehr als das Bauen und Bewirtschaften von Unterkünften. Wir wollen lebenswerte Quartiere gestalten – lebendige Orte der Gemeinschaft, in denen Nachhaltigkeit nicht nur ein Zukunftsgedanke ist, sondern das Fundament. Wir wollen, dass sich unsere Mieter*innen zu Hause fühlen.

Deshalb engagieren wir uns für Bildung, Begegnungen und ein Miteinander der Generationen und Kulturen in den Quartieren ebenso wie für eine nachhaltige Mobilität und Energieversorgung. Und mehr denn je fordern urbanes Wachstum und Nachverdichtung auch den Blick auf unser Grünflächenmanagement – auf biologische Vielfalt, Klimawandelanpassung und Lebensqualität.

Wir entwickeln unsere Quartiere nachhaltig weiter

Im Fokus unserer Aktivitäten stehen Neubau und Ankäufe, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zusätzlich ist es unser Ziel, unsere Bestände kontinuierlich weiterzuentwickeln und nachhaltiger zu gestalten. Dabei konzentrieren wir uns insbesondere auf eine klimaverträglichere Energieversorgung, nachhaltigere Mobilitätskonzepte und lebenswerte Außenbereiche. Wie wir das im Berichtszeitraum umgesetzt haben, zeigt sich besonders in unserem größten Neubauquartier „Stadtgut Hellersdorf“ und der Entwicklung einer Vision für die Großwohnsiedlung Märkisches Viertel.

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Das Märkische Viertel der Zukunft

Wie soll das Märkische Viertel der Zukunft aussehen? Wie können wir das Heimatgefühl der Bewohner*innen und das Image der Großwohnsiedlung nachhaltig und dauerhaft verbessern? Nach dem Umbau des Märkischen Viertels zu Deutschlands größter Niedrigenergiesiedlung mit CO2-neutraler Wärmeversorgung (s. NHB 2019) haben wir auf diese Fragen im Rahmen der Zukunftswerkstatt Märkisches Viertel 2030 seit 2020 Antworten gesucht. Ziel war es, bereichsübergreifend eine Vision und davon ableitend ein Konzept für die zukunftsfähige Neuausrichtung des Märkischen Viertels zu erarbeiten.

Um die Vision zum Märkischen Viertel Realität werden zu lassen, haben wir acht Handlungsfelder identifiziert – sie bilden das Grundgerüst unseres Handlungskonzepts, das wir seit dem Frühjahr 2021 umsetzen:

  • Klimaschutz
  • Wohnen + X
  • Mobilität
  • Urbane grüne Infrastruktur
  • Digitalisierung
  • Arbeit und Bildung
  • Integration und Teilhabe
  • Kommunikation

Innerhalb der Handlungsfelder haben wir jeweils nach Schwerpunktthemen und innovativen Projekten priorisiert.

Und klar ist auch: Visionen können nur gemeinsam umgesetzt werden. Deshalb werden wir mit Politik und Verwaltung, Wissenschaft, Mieter*innen und anderen Akteur*innen zusammenarbeiten, um das Handlungskonzept umzusetzen.

Außenanlagen werden neu gestaltet

Die Außenanlagen im Märkischen Viertel sind in die Jahre gekommen und sollen umfangreich modernisiert werden. Im Berichtszeitraum wurde der Umbau geplant und vorbereitet. Im Januar 2021 haben wir mit den Baumaßnahmen begonnen. Zentrales Ziel des Umbaus ist es, für heutige und zukünftige Bewohner*innen einen lebenswerten, nachhaltigen Außenraum zu schaffen – und dabei die Weitläufig- und Großzügigkeit im Quartier zu erhalten. Die GESOBAU investiert in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro in die Modernisierung der Außenanlagen im Märkischen Viertel. Die Bauarbeiten sollen bis 2023 abgeschlossen sein.

Die Maßnahmen reichen von der Befestigung loser Gehwegplatten bis hin zur kompletten Neugestaltung einzelner Höfe: Flächen werden entsiegelt und Grünflächen neu geplant. Die Außenbereiche umfassen künftig neue Begegnungsräume für alle Bewohner*innen und bieten diverse Spiellandschaften, Erholungs- und Bewegungsangebote. Ebenso legen wir ein Augenmerk auf die Mobilität älterer Menschen. Auch sollen Bereiche für Urban Gardening angelegt werden.

Die Anforderungen der Mieter*innen waren für die Projektentwicklung sehr wichtig: Frühzeitig haben wir sie über mehrere Termine vor Ort im Jahr 2019 eingebunden. Dabei konnten die Mieter*innen Gestaltungsentwürfe bewerten, die dann entsprechend für die Umsetzung ausgearbeitet wurden.

Das Märkische Viertel im Fokus der Forschung

Seit Mai 2020 untersucht das Forschungsprojekt „StraInQ“ das soziale Zusammenleben und die Integration besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen am Beispiel des Märkischen Viertels. Gesucht werden Antworten und Lösungen, wie eine urbane Quartiersentwicklung aussehen kann, damit Integration und Teilhabe gelingt – und nachbarschaftlicher Zusammenhalt gefördert wird. Das Projekt läuft bis Ende 2022.

Das Institut für Stadtforschung, Planung und Kommunikation der Fachhochschule Erfurt hat das Projekt initiiert. Daneben beteiligen wir uns zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin und dem Bezirk Reinickendorf. Gefördert wird „StraInQ“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

© GESOBAU AG: Märkisches Viertel
© GESOBAU AG: Märkisches Viertel
© GESOBAU AG: Baufelder im "Stadtgut Hellersdorf"

„Neubauoffensive Hellersdorf“ schreitet weiter voran

Im Rahmen unserer „Neubauoffensive Hellersdorf“ erweitern wir unseren Bestand im Bezirk Marzahn-Hellersdorf bis 2023 auf annähernd 3.000 Wohnungen. Im Berichtszeitraum sind wir diesem Ziel ein gutes Stück nähergekommen: So haben wir die Wohnanlagen in der Tangermünder Straße mit 423 Wohnungen Anfang 2020 und die Lion-Feuchtwanger-Straße/Gadebuscher Straße mit 334 Wohnungen im Sommer 2020 fertiggestellt. Bei der Planung beider Projekte stand das generationenübergreifende Wohnen im Fokus: 307 der insgesamt 766 neuen Wohnungen sind senior*innengerecht konzipiert. Die barrierefreien Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen ermöglichen älteren oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen, möglichst lange selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Zudem bieten wir den Senior*innen spezielle Serviceangebote.

GESOBAU Grundsteinlegung Quartier Stadtgut Hellersdorf, v.l.n.r.: Guido Schneider (wiechers beck Gesellschaft von Architekten mbH), Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle, Sven Boegner (Baufirma ANES), ehemalige Bausenatorin Katrin Lompscher, Jörg Franzen (GESOBAU)
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Stadtgut Hellersdorf: Grundstein gelegt, Bau begonnen

Das „Stadtgut Hellersdorf“ ist als Teil der Neubauoffensive unser größtes Neubauprojekt: Bis Ende 2023 entstehen hier rund 1.500 neue und bezahlbare Wohnungen.

Mitte Mai 2020 haben wir den Grundstein für den Bau gelegt; die ersten Wohnungen werden im Sommer 2021 fertig sein. Auf den Grundstücksflächen entlang der Zossener Straße und der Kastanienallee errichten wir mehrgeschossige, moderne Wohnhäuser. Ein großer Teil wird als geförderte Wohnungen dem Berliner Wohnungsmarkt zur Verfügung stehen. Ein weiterer Teil ist für Studierende sowie Senior*innen vorgesehen. Auf allen sechs Baufeldern, auf denen Wohnungen entstehen sollen, wird derzeit gebaut; das Gewerbegebiet befindet sich noch in Bauvorbereitung.

Energieversorgung soll klimaneutral werden

Unser Ziel ist es, das Stadtgut Hellersdorf mit CO2-neutraler Energie zu versorgen. Dazu führen wir derzeit Gespräche mit den Versorgern.

Wir beziehen wichtige Stakeholder*innen mit ein

Von Beginn an haben wir Anwohner*innen, Gewerbetreibende, Initiativen vor Ort sowie Bürger*innen und die Bezirksverwaltung bei der Weiterentwicklung des Stadtguts mit einbezogen (s. NHB 2019, S. 54). Aufgrund der guten Erfahrungen haben wir den erfolgreichen Austausch im Berichtszeitraum weiter fortgesetzt.

Mobil, aber nachhaltig

Nachhaltige Mobilität und weniger Autoverkehr – das haben sich viele Bürger*innen im Rahmen des Beteiligungsprozesses für das Neubaugebiet Stadtgut Hellersdorf gewünscht. Ein Wunsch, den wir berücksichtigt haben: Das Neubaugebiet ist so geplant, dass Bewohner*innen den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in wenigen Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Zudem unterstützen Leihstationen für Fahrräder und Autos eine nachhaltige Mobilität – und sind daher fest in unserem Mobilitätskonzept für das Stadtgut verankert: Insgesamt soll es vier feste Jelbi-Mobilitätsstationen geben. Fahrräder können an allen vier Stationen ausgeliehen werden; Autos hingegen nur an den beiden äußeren Stationen am Quartiersrand. Geplant ist, dass anfänglich 14 Fahrräder und vier Autos zur Verfügung stehen sollen. Das Angebot soll dann kontinuierlich ausgeweitet werden.

Jelbi bündelt Sharing-Angebote für Berlin. E- und Hybrid-Autos, konventionell angetriebene Transporter, Fahrräder oder Roller verschiedener Anbieter können dort gemietet, wieder abgegeben und aufgeladen werden. Ebenso können von den Stationen auch Taxis oder Mitfahrgelegenheiten gerufen werden – und das alles bequem per App.

Ein Grundgedanke unseres Mobilitätskonzepts ist, dass die Bewohner*innen nicht auf ein eigenes Auto angewiesen sein müssen. Wer dennoch ein Auto besitzt, kann es in einer der beiden Quartiersgaragen – am nördlichen und südlichen Rand des Quartiers – abstellen. Durch die Randlage der Garagen, die durchdachte Wegführung durch das Quartier und das Sharing-Angebot soll der Pkw-Verkehr innerhalb des Quartiers minimal gehalten werden.

Der Rohbau für die nördliche Garage ist bereits fertiggestellt; Baubeginn für die Garage im Süden erfolgt im Sommer 2021.

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Nachhaltige Mobilität für lebenswerte Quartiere

Nicht nur im Neubaugebiet Stadtgut Hellersdorf spielt nachhaltige Mobilität eine zentrale Rolle. Insgesamt arbeiten wir daran, die Mobilitätsangebote in unseren Quartieren zu verbessern – davon profitieren Mieter*innen und Umwelt gleichermaßen.

Bereits seit 2017 kooperieren wir mit dem Carsharing-Anbieter „Cambio“: Anwohner*innen im Märkischen Viertel können einen Kleinwagen sowie einen Transporter nutzen. Die Zusammenarbeit haben wir bis 2022 verlängert – auch weil das Carsharing-Angebot gut angenommen wird. Im Jahr 2020 haben die Anwohner*innen die Autos häufiger genutzt und mehr Kilometer pro Fahrzeug zurückgelegt.

Während die Mieter*innen in der Bühringstraße (Weißensee) bereits zwei Autos vom Carsharing-Anbieter „Flinkster“ nutzen können, prüfen wir derzeit, ob wir auch in unserem Quartier in der Schillerhöhe (Wedding) Carsharing-Standorte anbieten können. Darüber hinaus planen wir zusammen mit den Berliner Stadtwerken, in der Tiefgarage des Schramm-Blocks (Charlottenburg-Wilmersdorf) mehrere Elektro-Ladestellplätze zu schaffen.

Grünere Quartiere – für Mensch und Natur

Die GESOBAU verfügt über rund 1.226.000 m2 Grünflächen – naturnah gestaltet können sie maßgeblich zur Lebensqualität der Anwohner*innen beitragen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum sozialen Miteinander, zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt. Aus diesem Grund haben wir im Berichtszeitraum begonnen, unser Grünflächenmanagement neu auszurichten.

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Biodiversität schützen und fördern

Mit einem Insektenschutzprogramm wollen wir die biologische Vielfalt schützen und den Erhalt von Insekten wie Faltern, Wildbienen und Käfern aktiv fördern. Dabei haben wir unsere Bestände ebenso wie Neubauten im Blick.

Seit Mitte 2020 berücksichtigen wir bei Neubauprojekten und der Planung von Außenanlagen die Standards der Deutschen Wildtierstiftung. Das bedeutet: Wir setzen bei der Gestaltung auf biodiversitätsfördernde Strukturen wie Blühwiesen mit regionalen Wildblumenarten und blütenreiche Stauden. 2019 haben wir ein Pilotprojekt für eine Fläche im Pankeviertel und im darauffolgenden Jahr ein Rollout-Konzept entwickelt (s. NHB 2019, S. 48). Nun planen wir, ab 2021 weitere Wildblumenwiesen und andere biodiversitätsfördernde Grünflächen in unseren Beständen anzulegen.

Unser Insektenschutzprogramm knüpft an die Berliner Strategie zur Biologischen Vielfalt „Bestäuberfreundliche Stadt“ sowie die Charta für das Berliner Stadtgrün an und wird vom Nachhaltigkeits­management der GESOBAU gesteuert. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Grüne Liga e. V.

© GESOBAU AG | Christoph Schieder: Blütenwiese
© GESOBAU AG | Christoph Schieder: Blütenwiese

Wir entwickeln unser Grünflächenmanagement weiter

Neben dem Insektenschutzprogramm haben wir 2020 weitere Bausteine ausgearbeitet, um das Grünflächenmanagement nachhaltiger auszurichten: Zentral ist dabei die Grünflächenpflege in unseren Quartieren: So haben wir die Ausschreibungsunterlagen auf ökologisch nachhaltige Kriterien geprüft und entsprechend überarbeitet – die Nachhaltigkeits­kriterien dienen zukünftig als Basis, wenn wir mit den ausführenden Unternehmen in der Grünpflege zusammenarbeiten.

Darüber hinaus haben wir eine Schulung rund um das Thema Grünflächenpflege entwickelt: Sie findet jährlich statt und ist für Hausmeister*innen unserer Tochtergesellschaft „berlinwohnen Hausmeister“ und für Objektbetreuer*innen verpflichtend; interessierte Mitarbeiter* innen der GESOBAU können freiwillig teilnehmen. Die Teilnehmer*innen sollen unter anderem lernen, wie Grünflächen ökologisch gerecht gepflegt werden. Auf Grundlage dessen sollen sie künftig bewerten können, ob unsere Dienstleister Baumbestände und Grünflächen sachgerecht pflegen. Die erste Schulung fand im März 2021 statt.

©GESOBAU AG: Küchenkräuter für eine "Essbare Stadt"
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Vom Gutsgarten zum essbaren Quartier: Urbaner Gemeinschaftsgarten wird zum Reallabor

Birnen- und Apfelbäume säumen die Straßenränder. Salatfarmen wachsen auf den Häuserdächern gen Himmel. Und die Blumenkübel in der Fußgängerzone sind mit Küchenkräutern gefüllt. Das ist die Vision einer „Essbaren Stadt“: Gemüse, Obst und Kräuter. Für jeden frei zugänglich. Dieses Konzept wurde im Berichtszeitraum für unser Neubauquartier Stadtgut Hellersdorf diskutiert und erprobt.

Ausgangspunkt dafür ist der Gutsgarten im Stadtgut Hellersdorf. Dort säen, hacken und ernten die Anwohner*innen bereits seit 2016 gemeinsam mit dem Gutsgarten-Team des Prinzessinnengarten Kollektivs Berlin und unterstützt von der GESOBAU. Seit 2020 ist der Gutsgarten nun unter der Leitung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Teil des EU-Projekts „EdiCitNet“ (Edible Cities Netzwerk) – und als Reallabor ein Ort des Forschens und Experimentierens für sogenannte Green City Solutions.

In dem partnerschaftlichen Zusammenschluss aus Wissenschaft, Verwaltung, Praxis und Wirtschaft soll erprobt werden, wie weltweit durch Projekte wie den Gutsgarten „Essbare Städte“ entwickelt werden können. Denn die Produktion von Lebensmitteln in der Stadt hat jede Menge Vorteile: Sie ist klimaschonender, schafft neue Lebensräume und stärkt den Zusammenhalt in Quartieren und Nachbarschaften. Die Forschungsergebnisse aus Hellersdorf fließen aber nicht nur in das globale Netzwerk der „Edible Cities“ ein. Sie werden auch bei der Entwicklung des Stadtguts Hellersdorf berücksichtigt. Dadurch tragen wir zur Förderung der urbanen Nahrungsmittelproduktion, zum Klimaschutz, zur Gemeinschaftsbildung ebenso wie zum Schutz und zur Förderung biologischer Vielfalt bei – und damit zur hohen Lebensqualität in unserem neuen Quartier.

Weil auf dem bisher genutzten Gelände die denkmalgeschützten Gebäude modernisiert werden, ist der Garten Ende 2020 umgezogen. Der neue Standort liegt nun wenige Meter entfernt im Nordwesten des Gutsgeländes.

Illustration: Anton Hallmann / Sepia
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Bewusst leben in unseren Quartieren

Energieversorgung, Mobilitätskonzepte, Grünflächenmanagement: Eine zukunftsgerichtete Quartiersentwicklung ist Teil unseres Nachhaltigkeits­anspruchs. Zusammen mit unseren Mieter*innen können wir mehr erreichen. Daher sensibilisieren wir sie für Nachhaltigkeit im Allgemeinen sowie für Klima- und Umweltschutz im Besonderen. Außerdem erhalten wir wichtige Impulse von unseren Mieter*innen: Nicht zuletzt aufgrund ihrer Initiative haben wir die ökologische Ausrichtung unseres Grünflächenmanagements in Angriff genommen.

Auf die richtige Mülltrennung kommt es an

Richtige Mülltrennung schützt die Umwelt: Indem Materialien recycelt und in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden, können der Ressourcenverbrauch und der CO2-Ausstoß reduziert werden. Aus diesem Grund sensibilisieren wir unsere Mieter*innen regelmäßig für das Thema Mülltrennung und klären auf. So haben wir im Jahr 2020 ein Plakat entwickelt, das zeigt, welcher Abfall in welches Behältnis gehört. Dieses Plakat haben wir an verschiedenen Orten gut sichtbar angebracht.

In verschiedenen Quartieren haben wir ein Abfallmanagement umgesetzt: Die sogenannten Müllwerker*innen helfen beim Nachsortieren von Müll, verringern dadurch das Restmüllaufkommen und sorgen für Sauberkeit und Ordnung auf den Müllstandsflächen. Mieter* innen, die nicht wissen, wie sie den Müll richtig trennen, werden angesprochen und unterstützt.

Nachhaltig leben, effizient heizen und Ökostrom nutzen

Wir wollen unsere Mieter*innen nicht nur zum Mülltrennen, sondern generell zu einem nachhaltigeren Lebensstil motivieren. Dazu gehört beispielsweise auch Energie einzusparen und Ökostrom zu beziehen. Dafür bieten wir ihnen online und in unserem Mieter*innenmagazin „Hallo Nachbar“ nützliche Hintergrundinformationen und Alltagstipps.

Erstmals haben wir auch mit der unabhängigen Organisation „Verbraucher Initiative e. V.“ zusammengearbeitet und der Herbst-Ausgabe 2020 unseres Mieter*innenmagazins „Hallo Nachbar“ die Broschüre „Einfach klimagerechter leben“ beigelegt. Sie enthält Informationen und Alltagstipps rund um einen nachhaltigeren Lebensstil – unter anderem zum Vermeiden von Abfällen, zu ressourcenschonendem Konsum, aber auch zum richtigen Lagern und Verwerten von Lebensmitteln.

2020 haben wir im Rahmen der Mieter*innenbefragung herausgefunden, dass unter den Mieter*innen bislang kein großes Interesse an einem Wechsel des Stromanbieters besteht. Dieses Ergebnis nehmen wir zum Anlass, unsere Mieter*innen noch stärker für die Thematik zu sensibilisieren und darüber zu informieren.

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Die Menschen im Mittelpunkt: Wir engagieren uns sozial und kulturell

Lebendige Nachbarschaften sind Begegnungen, Austausch, Miteinander – und bringen Stabilität in unsere Quartiere. Das wollen wir mit unseren vielfältigen sozialen und kulturellen Projekten sowie mit unserer Stiftung fördern. Auch wenn sich unser Engagement an alle Bewohner*innen in den Quartieren richtet, so haben wir im Corona-Jahr einen Fokus auf ältere Mieter*innen gelegt. Denn sie sind von der Pandemie in besonderer Weise betroffen.

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Sozialmanager*innen helfen dort, wo Hilfe gebraucht wird

Wir möchten unseren Mieter*innen ein lebenswertes Wohnen in den eigenen vier Wänden ermöglichen. Deshalb ist es für uns selbstverständlich, bei Bedarf auch soziale Dienstleistungen anzubieten und zu vermitteln. In Fällen, die mietvertragsrechtlich nicht gelöst werden können, benachrichtigen unsere Kundenbetreuer*innen das Sozialmanagement. Unsere Mieter*innen, aber auch besorgte Nachbar*innen oder Behörden können sich auch direkt an unsere drei Sozialmanager*innen wenden. Sie beraten und betreuen unsere Mieter*innen bei Nöten und Problemen.

Betreut werden unter anderem Mieter*innen, die psychosozial auffällig geworden sind oder bei denen es Anzeichen von Verwahrlosung oder häuslicher Gewalt gibt. Die Beratung greift aber auch, wenn durch Mietschulden der Wohnungsverlust droht.

Unsere Sozialmanager*innen helfen unseren Mieter*innen nicht nur im konkreten Einzelfall, sondern suchen auch nach übergreifendem Verbesserungsbedarf – zum Beispiel im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit Behörden. Daraus entwickeln sich unter anderem Kooperationen oder Projekte wie die GESOBAU-Kinderschutzinitiative oder das GESOBAU-Schlichtungsbüro.

Diakonisches Werk Reinickendorf unterstützt Sozialmanager*innen

Seit Oktober 2020 erhalten unsere Sozialmanger*innen Unterstützung vom „Diakonischen Werk im Kirchenkreis Reinickendorf e. V.“. Wir reagieren mit dieser Kooperation auf den wachsenden Wohnungsbestand der GESOBAU und den damit einhergehenden größeren Unterstützungsbedarf. Durch die mit dem Land Berlin vereinbarte Belegungspolitik der landeseigenen Wohnungsunternehmen steigt der Anteil sozial schwächerer Haushalte – und damit steigen die Aufgaben der Sozialmanager*innen.

Sozialarbeit im Lockdown – mehr Telefonate, weniger Hausbesuche

Die Covid-19-Pandemie hat die Sozialarbeit 2020 stark eingeschränkt. Normalerweise besuchen die Sozialmanager*innen die Mieter*innen zu Hause, um sich persönlich ein Bild von den Betroffenen und der Wohnung machen zu können. Das war durch Corona nur bedingt möglich. Statt vor Ort haben unsere Sozialmanager*innen den Großteil ihrer Arbeit telefonisch aus dem mobilen Arbeiten erledigt. Nicht nur das Engagement der einzelnen Sozialmanager*innen war während der Covid-19-Pandemie besonders wichtig, sondern auch ein starkes Partner*innennetzwerk: Waren Hausbesuche dringend notwendig, hat uns der sozialpsychiatrische Dienst der Bezirksämter unterstützt.

Während des ersten Lockdowns im April 2020 haben sich die Nachbar*innen solidarisch verhalten und mehr Rücksicht aufeinander genommen. Erst nach Ende des Lockdowns stieg die Anzahl an Beschwerden – unter anderem wegen Lärmbelastung – wieder leicht an. Hintergrund: Viele Mieter*innen waren wochenlang auch tagsüber zu Hause, haben beispielsweise mobil gearbeitet und Kinder beschult.

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Quartierskoordinatorin – engagiert für gute Nachbarschaft

Im Berichtszeitraum hat sich das Tätigkeitsfeld der „Quartierskoordinatorin Märkisches Viertel“ auf den Bestand im Wedding erweitert. Dort hat sie 2020 bereits erste Projekte umgesetzt: Dazu zählen Hofkonzerte und Einkaufshilfen für Mieter*innen während der Pandemie.

Die Stelle der Quartierskoordinatorin wurde 2017 initiiert (s. NHB 2019, S. 44). Erforderlich machte diese Zuständigkeitserweiterung die sehr vielfältige Mieter*innenschaft im Wedding – in kultureller, ethnischer und sozialer Hinsicht. Hier treffen unterschiedliche Lebensstile und Werte aufeinander, wodurch ein Zusammenleben im Quartier nicht immer einfach ist. Aufgabe der Quartierskoordinatorin ist es, sich mit weiteren Partnern im Quartier zu vernetzen und „Brücken“ zwischen den verschiedenen Gruppen, aber auch zwischen der GESOBAU und unseren Mieter*innen zu bauen – und so für gute Nachbarschaften zu sorgen.

Dagegen ist das Märkische Viertel bereits in sehr guten Händen. Neben einer fundierten Trägerlandschaft sind hier in den vergangenen Jahren weitere Initiativen entstanden: Dazu zählen unter anderem das Senatsprojekt „BENN – Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“ sowie der lokale Bildungsverbund Märkisches Viertel. Dadurch können sich unsere Mieter*innen nun auch an vielfältige externe Ansprechpartner*innen wenden, die sich projektbezogen ebenfalls um die Gestaltung der Nachbarschaft kümmern. Diese Unterstützung ermöglicht der Quartierskoordinatorin, ihr Wirken auf den Bestand im Wedding auszuweiten.

© iStock
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Ältere Menschen unterstützen: GESOBAU zu Besuch am Telefon

Abstand halten und möglichst wenige persönliche Kontakte – die Corona-Auflagen treffen vor allem ältere Menschen. Viele leben ohnehin alleine, und ohne soziale Kontakte entsteht schnell Einsamkeit. So haben unsere Mitarbeiter*innen die Initiative „GESOBAU zu Besuch am Telefon“ ins Leben gerufen. Die Initiative ersetzt vorerst das seit 2018 durchgeführte Dialogformat „GESOBAU vor Ort“ (s. NHB 2019, S. 56), das aufgrund der Pandemie zunächst nicht weiter umgesetzt werden kann.

Mit Beginn der Ausgangsbeschränkungen im April 2020 haben unsere Mitarbeiter*innen zunächst bis Ende Juni 2020 regelmäßig bei Mieter*innen angerufen. Isoliert lebende ältere Mieter*innen sollten wissen, an wen sie sich bei Bedarf wenden können, zum Beispiel, wenn sie eine Einkaufshilfe benötigten. Durch den Kontakt haben wir auch erfahren, ob unsere Hilfsangebote und die unserer Partner*innen passend sind oder erweitert werden mussten. Viele Mieter*innen haben das Angebot dankend angenommen. Im Dezember 2020 haben wir das Anruf-Programm wieder aufgenommen, allerdings beschränkt auf die Bewohner*innen unserer Senior*innenwohnhäuser.

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Zufluchtswohnungen: Wir schützen Frauen, die Gewalt erleben

Für Frauen, die von Gewalt im häuslichen Umfeld bedroht sind, bieten wir seit 2000 gemeinsam mit dem Frauen- und Begegnungszentrum „Flotte Lotte e. V.“ zwei Zufluchtswohnungen an. Drei weitere Wohnungen werden ab 2021 hinzukommen.

Der Flotte Lotte e. V. mietet die Wohnungen an und vermietet sie für einen befristeten Zeitraum an die Frauen. Zudem werden die Betroffenen von Sozialarbeiter*innen des Vereins betreut. Das Ziel ist es, die Frauen mit ihren Kindern zu unterstützen und gegebenenfalls mittelfristig eine eigene Wohnung zu vermitteln.

Neben der Vergabe von Wohnungen unterstützen wir die Arbeit des Vereins in den kommenden Jahren projektbezogen mit jährlich 1.000 Euro.

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Wir stellen Langzeitarbeitslose ein

Um Langzeitarbeitslose auf dem Weg zurück ins Berufsleben zu unterstützen, hat der Berliner Senat 2019 die Einführung eines „Solidarischen Grundeinkommens“ beschlossen. Ziel dieser Initiative ist es, etwa 1.000 Arbeitslosen eine neue Arbeitsstelle zu vermitteln – fair bezahlt, sozialversicherungspflichtig, freiwillig und unbefristet. Auch die GESOBAU beteiligt sich gemeinsam mit allen anderen landeseigenen Unternehmen, zahlreichen gemeinnützigen Institutionen und Einrichtungen an diesem Projekt: Aktuell arbeiten drei Langzeitarbeitslose im Unternehmen. Sie unterstützen bei der sozialen Quartiersarbeit oder auch bei Hausmeistertätigkeiten.

Das Land Berlin fördert die Stellen zunächst bis 2024 mit 12,50 Euro pro Stunde. In dieser Zeit sollen die Mitarbeiter*innen von ihren Arbeitgeber*innen – also auch von der GESOBAU – weitergebildet und qualifiziert werden.

© GESOBAU AG
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Die GESOBAU-Stiftung fördert Projekte gegen Armut

Die GESOBAU-Stiftung unterstützt gemeinnützige Einrichtungen und setzt sich für hilfsbedürftige Menschen ein. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 35 soziale Projekte mit einer Gesamtsumme von etwa 63.000 Euro gefördert.

Ein Förderschwerpunkt lag dabei auf Projekten zum Thema Armutsprävention. So hat die GESOBAU- Stiftung insgesamt etwa 20.000 Euro an vier ausgewählte Träger vergeben, die zur Armutsbekämpfung beitragen und ihre thematischen Schwerpunkte auf Bildung, Altersarmut sowie Wohnungslosenhilfe und Kinderarmut legen. Folgende Projekte hat die GESOBAU-Stiftung im Rahmen des Förderschwerpunkts gefördert:

1. Hygienestation des Franziskanerklosters Pankow

Die Franziskaner versorgen Benachteiligte und Hilfsbedürftige mit warmen Mahlzeiten, unterstützen sie als Beratungsstelle in sozialen Angelegenheiten und bieten darüber hinaus eine Hygienestation an. Durch die Mittel der Stiftung konnte die Hygienestation des Klosters um eine medizinische Fußpflege erweitert werden. Der Spendenzuschuss für das Projekt „Auf gesunden Füßen stehen“ beträgt 10.400,00 Euro.

2. KIDS&CO Verein zur Förderung von Kindern und Jugendlichen g. e. V.

Für das Projekt „Bildung als Chance“ hat der Verein eine Personalstelle beantragt. Diese soll den Förderunterricht durchführen und Schüler*innen bei der Vorbereitung auf ihren Schulabschluss unterstützen. Ziel des Projekts: Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus bildungsfernen Schichten die gleichen Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Das Projekt erhält einen Spendenzuschuss in Höhe von 5.000 Euro.

3. FAIRKaufladen im FACE-Familienzentrum

Nach fast zwei Jahren Bauzeit wurde der FAIRKaufladen im FACE-Familienzentrum im Juli 2020 wieder eröffnet. Der Laden wurde grundlegend saniert, hat ein großes Schaufenster bekommen und konnte durch die Hilfe der GESOBAU-Stiftung neu eingerichtet werden – 2.390 Euro hat die Stiftung für die Ausstattung gespendet. Der FAIRKaufladen ist ein soziales Projekt für das Märkische Viertel und nimmt Kleider- und Sachspenden entgegen. Die Ware wird zu niedrigen Preisen an Bewohner*innen des Viertels weiterverkauft.

4. Hausaufgabenhilfe des Weddinger Vereins SV Rot-Weiß Viktoria Mitte 08 e. V.

Neben sportlichen Aktivitäten bietet der Sportverein Kindern ab der dritten Klasse eine kostenfreie Hausaufgabenhilfe an. Das Projekt wurde mit einer Spendensumme von 2.000 Euro unterstützt.


Viele Mieter*innen sind auf soziale Angebote vor Ort angewiesen. Aber auch einzelnen, hilfsbedürftigen Mieter*innen stehen wir zur Seite: So floss ein Teil der gesamten Spendensumme der GESOBAU-Stiftung in die Einzelfallhilfe für in Not geratene Mieter*innen.

© GESOBAU AG: Einweihung der ersten „Bücherboxx“ in der Hansastraße
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Bücher aus der Telefonzelle: Tauschen, verschenken und begegnen

Tauschen statt kaufen, teilen statt wegwerfen – das ist die Idee hinter der „BücherboXX“. Gemeinsam mit dem Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur GbR haben wir im Oktober 2020 in der Hansastraße in Weißensee eine „BücherboXX“ aufgestellt und eröffnet. Alle Anwohner*innen können hier kostenlos Bücher tauschen – jeden Tag, rund um die Uhr.

Die Boxen sind alte Telefonzellen, die nicht mehr zum Telefonieren genutzt und zu Stadtmöbeln umgebaut werden. Dabei soll die „BücherboXX“ nicht nur eine Straßenbibliothek sein, sondern ein Ort der Begegnung. Hier können Anwohner*innen ins Gespräch kommen.

Mitarbeiter*innen unseres langjährigen Kooperationspartners Familienzentrum Hansastraße und Anwohner*innen engagieren sich als ehrenamtliche Bücherpat*innen: Sie kümmern sich darum, dass die Boxen sauber und ordentlich bleiben. Zudem beziehen sie die Bücherbox in ihre Bildungs- und Familienarbeit ein. Weil die Anwohner*innen das Angebot sehr gut annehmen, wollen wir perspektivisch im gesamten Bestand weitere Bücherboxen eröffnen.