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Unser Verständnis von Nachhaltigkeit

Wir verstehen Nachhaltigkeit als ein Wertekonzept und Leitbild:
Wir wollen so handeln, dass es nicht nur den Menschen und der Natur von heute gut geht – sondern auch der Welt von morgen. Als verantwortungsvolles Unternehmen streben wir danach, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ökologische Verantwortung und soziale Gerechtigkeit in Einklang zu bringen. Daher ist und bleibt Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie und -kultur.

Um das Leitbild mit Leben zu füllen, setzen wir auf ein systematisches Nachhaltigkeits­management: So richten wir unsere Nachhaltigkeits­aktivitäten konsequent an unseren vier Handlungsfeldern nachhaltiger Entwicklung aus und verfolgen ein umfangreiches Nachhaltigkeits­programm mit überprüfbaren Zielen und konkreten Maßnahmen.

©GESOBAU AG: Unternehmenswert Nachhaltigkeit
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Nachhaltigkeit in unserer Wertschöpfungskette

Das Kerngeschäft der GESOBAU umfasst die Bewirtschaftung von bezahlbaren Wohnungen und ihre Vermietung an breite Schichten der Bevölkerung. Damit einher gehen auch Modernisierungen, Instandhaltungen und mieternahe Dienstleistungen. Darüber hinaus erhöhen wir unseren Wohnungsbestand – sowohl durch Neu- und Ausbau als auch durch Ankäufe. Je nach Geschäftsfeld spielen ökologische und soziale Aspekte innerhalb der Wertschöpfungskette eine unterschiedlich starke Rolle.

 

1. Planung & Beschaffung

In unserer Geschäftstätigkeit arbeiten wir mit Dienstleistern und Lieferanten zusammen. In unseren Lieferketten legen wir großen Wert auf ein umfassendes Lieferantenmanagement. Nachhaltigkeits­standards sind fester Bestandteil bei der Beschaffung von Leistungen. In den Planungen für unsere Neubauten denken wir die ökologische Freiflächengestaltung von Anfang an mit und sind bestrebt, umweltschonendere und regionale Materialien zu beziehen.

2. Bau

Wir bauen unsere Gebäude so, dass sie möglichst energieeffizient zu betreiben sind. Zudem sind die Dächer unserer Neubauten überwiegend begrünt. So mindern wir die versiegelten Flächen und mildern damit das Aufheizen der Umgebung ab, halten das Regenwasser zumindest teilweise im Gebiet und fördern die Biodiversität. Insekten und Vögel finden Rückzugsgebiete. Um ressourcenschonender und kostengünstig zu bauen, erproben wir neue Bauarten. Dazu zählen das Basishaus und das Standardtypenhaus.

3. Nutzung

Wir versuchen, den Energiebedarf unserer Gebäude verstärkt aus regenerativen und CO2– neutralen Quellen zu decken. Auch nutzen wir im Gebäudemanagement zunehmend das Potenzial der Digitalisierung, um unsere Wertschöpfung nachhaltiger zu gestalten.

4. Instandhaltung

Nicht nur Neubauten sollen möglichst energieeffizient sein, sondern auch unsere Bestandsgebäude. Daher legen wir auch bei Instandhaltungen einen Schwerpunkt auf Maßnahmen, mit denen Energie eingespart und CO2-Emissionen gesenkt werden.

5. Recycling

Grundsätzlich versuchen wir die Lebensdauer unserer Gebäude durch Instandhaltungen und Instandsetzungen so weit wie möglich zu erhöhen. Gebäude werden nur im Ausnahmefall abgerissen, wenn dadurch mehr und neuer Wohnraum geschaffen werden kann. Abfall, der bei den Instandhaltungen anfällt, wird durch unsere Dienstleister*innen fachgerecht getrennt, um ihn nach Möglichkeit wiederzuverwerten.

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Wie wir Nachhaltigkeit bei der GESOBAU organisieren

Das systematische Nachhaltigkeits­management der GESOBAU besteht seit 2011 und wird seither kontinuierlich weiterentwickelt.  Teil dessen ist ein abteilungsübergreifender Nachhaltigkeits­ausschuss: Vertreter*innen aus allen Fachabteilungen der GESOBAU gehören diesem Gremium an. Zudem wurde bereits 2011 eine Nachhaltigkeits­referentin berufen. Sie ist in der Stabsstelle Unternehmenskommunikation angesiedelt, leitet den Nachhaltigkeits­ausschuss und ist mit der operativen Umsetzung des Nachhaltigkeits­managements betraut.

Die Gesamtverantwortung für das Thema Nachhaltigkeit liegt beim Vorstandsvorsitzenden der GESOBAU. Er gibt die strategische Ausrichtung vor und tauscht sich eng mit dem Aufsichtsrat sowie dem Land Berlin als alleinigem Anteilseigner aus.

Die Bereichsleiterin der Stabsstelle Unternehmenskommunikation berichtet über und Entwicklungen direkt an den Vorstand und stimmt diese mit ihm ab. In Rücksprache mit dem Nachhaltigkeits­ausschuss berät die Stabsstelle den Vorstand zu Entscheidungen, die das Nachhaltigkeits­management betreffen.

Ziel des Nachhaltigkeits­ausschusses ist es, die nachhaltige Entwicklung bei der GESOBAU voranzutreiben:  Er arbeitet zu unternehmensrelevanten Nachhaltigkeits­themen und ordnet diese vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Diskurse ein. Zudem entwickeln die Mitglieder das Nachhaltigkeits­programm weiter und erarbeiten gemeinsam die Inhalte für die Nachhaltigkeits­berichterstattung.  Zusätzlich übernehmen die Ausschussmitglieder innerhalb des Unternehmens die Rolle als Botschafter*innen: Sie informieren unsere Mitarbeiter*innen über die Aktivitäten des Nachhaltigkeits­ausschusses und verankern Nachhaltigkeit gleichzeitig als Unternehmenswert  in unserer Unternehmens­kultur.

Organisation der Nachhaltigkeit

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Wir halten uns an folgende Gesetze und
orientieren uns an diesen Rahmenwerken

Bei unserer Nachhaltigkeits­arbeit tragen wir dafür Sorge, dass verpflichtende Gesetze und Vereinbarungen eingehalten werden. Darüber hinaus orientieren wir uns auch an Rahmenwerken, die für uns zwar nicht verpflichtend sind, die wir aber als Leitlinien für unser Nachhaltigkeits­engagement verstehen und einbeziehen.

Folgende landespolitische Gesetze und Vereinbarungen sind für uns verpflichtend und haben auf die GESOBAU regulatorische Auswirkungen:

Folgende Rahmenwerke haben keine regulatorischen Auswirkungen auf die GESOBAU und
dienen als Leitlinien:

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GESOBAU berichtet im Format des Deutschen Nachhaltigkeits­kodex

Mithilfe der Berichterstattung analysieren und steuern wir unsere Nachhaltigkeits­leistung – und machen sie für alle Stakeholder*innen transparent. Zum zweiten Mal hat die GESOBAU nun für die Berichtsjahre 2021/22 ihre Nachhaltigkeits­aktivitäten gemäß den Vorgaben des Deutschen Nachhaltigkeits­kodex (DNK) in einem Doppelbericht veröffentlicht.

Für den Berichtszeitraum berichten wir gemäß dem Standard des DNK mit den international anerkannten „Sustainability Reporting Standards“ (SRS) der „Global Reporting Initiative“ (GRI). Zudem bilden wir die branchenspezifischen Kennzahlen des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (GdW) der Arbeitshilfe 73 ab. Darüber hinaus haben wir seit 2020 auch unsere Tochterunternehmen in die Berichterstattung aufgenommen. Ziel ist es, unsere Nachhaltigkeits­leistungen mit denen anderer kommunaler Wohnungsbauunternehmen vergleichbar zu machen. Sofern nicht anders benannt, ist daher mit „die GESOBAU“ stets der gesamte Konzern gemeint.

 

ESG-Rating: GESOBAU
überzeugt mit „sehr gut“

Die Nachhaltigkeits­rating-Agentur imug rating GmbH
hat die Nachhaltigkeits­leistungder GESOBAU AG insgesamt
als „sehr gut“ bewertet – damit erhält sie die zweithöchste Bewertung.
Insgesamt erhielten wir 88 von 100 möglichen Punkten.
Bewertet wurden die Aspekte „ESG-Management“, „Produkte
und Dienstleistungen“ sowie „Kontroversen“.
Datenerhebung und Bewertung erfolgten im Zeitraum Oktober
bis Dezember 2021.

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Wir haben unser Umfeld fest im Blick

Um die für uns wesentlichen Themen zu erkennen, richten wir den Blick auch auf unser Umfeld: Wir verfolgen beispielsweise die für die GESOBAU relevanten wichtigen Trends und regulatorischen Entwicklungen im Nachhaltigkeits­kontext – und legen den Fokus dabei auf die negativen und positiven Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeit.

 

Zentrale Aspekte, die unsere Geschäftstätigkeit beeinflussen
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Urbanisierung

Immer mehr Menschen ziehen in Städte – auch nach Berlin: Laut Bevölkerungsprognose der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen wächst die Einwohner*innenzahl der Bundeshauptstadt bis 2030 um rund 177.000 auf knapp vier Millionen Menschen an. Der starke Zuzug verändert auch die Sozial- und Bevölkerungsstruktur und stellt die GESOBAU vor Herausforderungen: Es gilt, mehr bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zu schaffen. Gleichzeitig sehen wir darin eine Chance, uns an einer nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen, lebenswerte Quartiere zu entwickeln und damit mehr Berliner* innen ein Zuhause bieten zu können.

Soziale Wohnungspolitik und Klimaschutz

Es ist zwingend notwendig, in einen klimaneutralen Wohnungsbestand zu investieren – nur so können wir zum Erreichen nationaler und internationaler Klimaschutzziele beitragen und aktuellen Gesetzgebungen entsprechen. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es hoher Investitionen in entsprechende Maßnahmen – schwerpunktmäßig in die technische Optimierung der Wärmeversorgung. Dabei stehen die Kosten insgesamt im Spannungsfeld zu den Anforderungen, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die aktuelle Energiekrise und steigende Baukosten entlang der gesamten Lieferkette verstärken diesen Zielkonflikt zusätzlich. Die GESOBAU steht hier vor der Herausforderung, einen sozial gerechten Weg zu finden, die Klimaziele zu erreichen.

 


 

 

Zentrale Aspekte, die wir mit unserer Geschäftstätigkeit beeinflussen
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Energie- und Ressourcenverbrauch

Der Gebäudesektor ist energie- und ressourcenintensiv. Knapp 30 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen werden nach Angaben der Global Alliance for Buildings and Construction durch den Betrieb von Gebäuden verursacht; rechnet man die Emissionen der Bauindustrie hinzu, sind es sogar 40 Prozent. Zudem geht mit dem Bau von Wohnungen und Infrastruktur auch ein großer Flächenverbrauch sowie relevante Flächenversiegelung einher – mit Auswirkungen auf Biodiversität und Mikroklima. Es wird deutlich, dass die Wohnungswirtschaft entscheidend zum Klima- und Umweltschutz beitragen kann – und muss. Die GESOBAU kommt dieser Verantwortung nach: Emissionen zu vermeiden und den Ressourcenverbrauch zu senken, sind für uns wesentliche Themen. Eine nachhaltige Bestandsentwicklung sowie klimafreundliches Bauen & Wohnen sind dabei zentrale Stellhebel.

 

 


 

 

 

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Wesentliche Themen werden überprüft
und Handlungsfeldern neu zugeordnet

2015 haben wir im Rahmen unseres ersten strukturierten Dialogs mit internen und externen Stakeholder*innen (s. Nachhaltigkeits­bericht 2017, S. 28) die für uns wesentlichen Themen identifiziert und überprüft. Die wichtigsten Anspruchsgruppen des Unternehmens haben wir über ein Stakeholder*innen-Mapping identifiziert (s. Nachhaltigkeits­bericht 2017, S. 28 f.). Durch die Einbindung unserer wichtigsten Anspruchsgruppen erhalten wir Einblick in die Themen, die aus Sicht unserer Stakeholder*innen für unseren zukünftigen Geschäftserfolg wichtig sind, und können Handlungsbedarf erkennen. Die Ergebnisse der Befragung stellen wir in einer Wesentlichkeitsmatrix dar.

2018 haben wir unsere Handlungsfelder nachhaltiger Entwicklung definiert und in diesem Zuge die wesentlichen Themen entsprechend neu zugeordnet. Zudem haben wir eine interne Befragung durchgeführt, um die Gewichtung der wesentlichen Themen zu überprüfen. Die Matrix, in der wir die wesentlichen Themen grafisch darstellen, haben wir daraufhin angepasst.

Weitere Informationen zu unseren wesentlichen Themen finden Sie in unseren Nachhaltigkeits­berichten (s. Nachhaltigkeits­bericht 2017, S. 30 f.), (s. Nachhaltigkeits­bericht 2018, S. 24) und (s. Nachhaltigkeits­bericht 2019, S. 21 f.).

Für das Jahr 2023 haben wir uns vorgenommen, die wesentlichen Themen intern zu prüfen und den externen Stakeholder*innen-Dialog zu wiederholen.

 

© GESOBAU AG / Christoph Schieder: Stadtgespräch mit Exregierender Bürgermeisterin – Kunstfest Pankow

Wesentlichkeitsmatrix